Review

Zeit zum Aufstehen!

Zu Beginn des Spiels wird unser Held Gordon Freeman von der Stimme des mysteriösen G-Mans kurz in das Geschehen eingeführt. Obwohl die Informationen des G-Mans so gut wie nichts aussagen und rätselhaft erscheinen, warten anscheinend schwierige Aufgaben auf Gordon.
So findet sich der Spieler zunächst auf einem Bahnsteig der Stadt „City 17“ wieder, die irgendwo in den östlichen Gebieten Europas zu liegen scheint.
Schon nach wenigen Schritten auf dem Bahnsteig übermittelt die düstere und gedrückte Stimmung, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht: Die Menschen werden von dem Wachpersonal peinlichst genau untersucht, es herrscht eine komplette Kontrolle und Überwachung durch Kameras, und über Monitore werden Propaganda -Nachrichten von Dr. Breen verbreitet. Schlechte Zeiten für die Menschen könnte man meinen …
Und auch Gordon bekommt schnell Probleme, als er aufgefordert wird dem örtlichen Wachpersonal zu folgen, um verhört zu werden.

Was mich persönlich etwas an der Story stört ist, dass die Handlung aus Teil 1 quasi nicht weitergeführt wird. Zwar kommen bekannte Charaktere wieder vor aber eine Weiterführung der Story ist dennoch nicht vorhanden.
Des Weiteren gibt es für Neueinsteiger, die Half-Life 1 nicht gespielt haben das Problem, dass sie mit der Situation in City17 wahrscheinlich nicht viel anfangen können. Sie wissen weder warum sich die Zombies, Headcraps in der Stadt befinden, noch wer nun eigentlich die vorhandenen Charaktere wie Dr. Breen, Dr. Kleiner und Barney sind.

 

Gameplay:

Durch die neue Physik -Engine hat das Gameplay ganz neue Dimensionen erreicht. In Half-Life 1 galt es meist nur einen versteckten Schalter oder ein Ventil zu finden, damit sich das nächste Tor öffnet.
So leicht wird es dem Spieler im zweiten Teil zum Glück nicht mehr gemacht. Gordon muss beispielsweise einige Male schwere Gegenstände auf Rampen legen, um so das Gleichgewicht auf die andere Seite zu verlagern. Durch die so veränderte Rampe kann er dann mit ein wenig Anlauf sein Luftboot über ein Hindernis katapultieren, um so eine höher gelegene Ebene zu erreichen.
In einem anderen Level benutzt Gordon dagegen die „Anti –Schwerkraft“ -Kanone („Graviton“) um einen Stecker aus der Steckdose zu ziehen, die mit herkömmlichen Methoden nicht erreichbar war. Dies waren nur zwei Beispiele für das abwechslungsreiche Gameplay, denn alles will ich euch ja nicht verraten…
Ein kleiner Wehrmutstropfen ist allerdings, dass es meist nur einen möglichen Weg für das Fortkommen im Spiel gibt. Es kann also kaum einmal ein Hindernis oder ein Rätsel umgangen werden. In Anbetracht der Tatsache, dass eine sehr große Vielfalt dieser Aufgaben auf Gordon wartet, lässt sich dies problemlos wegstecken.
Wenn man von diesen kleinen Rätseln absieht ist Half-Life 2 natürlich ein reinrassiger Ego –Shooter, denn primär gilt: Erst schießen, dann fragen…